Ambulante intensiv-pädagogische Interventionen zur Erfüllung gerichtlich erteilter Weisungen und Auflagen (§ 10 JGG)
Das Mobile Unterstützungsteam (MUT) ist ein spezialisierter freier Leistungserbringer für deliktorientierte, ambulante Intensivmaßnahmen im Rahmen des Jugendstrafrechts (§ 10 JGG). Das Angebot richtet sich an Jugendliche und Heranwachsende mit komplexen Verhaltensauffälligkeiten, hoher Delinquenzneigung, Anspannungs- und Gewaltdynamiken oder ausgeprägter Verweigerungshaltung gegenüber klassischen Gesprächs- und Betreuungsformaten.
MUT verknüpft Erlebnispädagogik, Traumapädagogik und systemische Reflexionsansätze zu einem handlungsorientierten, hochflexiblen Setting. Ziel aller Interventionen ist die nachhaltige Förderung von Legalbewährung, Normakzeptanz, Impulskontrolle und Selbstregulation.
Pädagogische Methodik & Kernprinzipien
- Maßgeschneiderte Interventionsplanung: Jedes Setting wird exakt auf die individuelle Persönlichkeitsstruktur, die kognitiven Voraussetzungen und das spezifische Delinquenzprofil abgestimmt.
- Handlungsorientiertes Lernen im Feld: Durch den gezielten Einsatz von Outdoor- und Erlebnispädagogik werden Regeltreue, Frustrationstoleranz und Selbstwirksamkeit unter Realbedingungen im realen Tun erprobt und gefestigt.
- Traumapädagogische Haltung: Die Berücksichtigung biographischer Belastungsmuster ermöglicht die Entschlüsselung von Fehlanpassungen und Delinquenzursachen („guter Grund“), ohne das delinquente Verhalten zu entschuldigen.
- Systemische Aufarbeitung: Reflexionseinheiten übersetzen Primärerfahrungen aus den Feldeinsätzen direkt in die Lebenswelt und das soziale Nahfeld des jungen Menschen.
Leistungsbausteine & Interventionsräume
- Intensiv-Einzelarbeit & 2-zu-1-Settings: Bei komplexer Fallstruktur, erhöhtem Fremd- oder Eigengefährdungspotenzial oder starker Dekompensationsneigung begleiten zwei Kräfte (pädagogische Fachkraft „MUTivator“ und geschultes Assistenzpersonal „MUTige zusätzliche Begleitung“) das Setting.
- Dezentrale Outdoor-Trainingsräume: Nutzung von gepachteten Waldarealen in der Nordeifel (Kall), dem Wurmtal (Herzogenrath/Würselen), dem Schwalmtal sowie strukturierter Orientierungstrekkings (z. B. Eifelsteig).
- Hochintensives Skandinavien-Sonderangebot: Bis zu zweiwöchige Exkursionen in reizarme skandinavische Naturräume zur konsequenten externen Regulierung und Stabilisierung in Krisenlagen – auf Indikation unterstützt durch tiergestützte Interaktion (Therapiebegleithund).
- Mobiler „Sicherer Ort“ & Infrastruktur: Ein geländegängiges Allrad-Fahrzeug mit Kofferanhänger fungiert als autarkes Materiallager sowie als mobiler Rückzugsort zur Reizreduktion, emotionalen Erdung und vertraulichen Reflexion.
- Metaphorischer Materialeinsatz: Gezielte Nutzung von spezifischem Equipment (z. B. Gewichtswesten als analoges Medium für Straftatfolgen und Laster) zur Anregung tiefergehender Reflexionsprozesse.
- Traumasensible Eltern- & Systemarbeit: Transparent gestaltete Einbindung der Sorgeberechtigten zur Stärkung der elterlichen Präsenz und Grenzsetzungskompetenz im häuslichen Umfeld.
Qualitätssicherung, Sicherheit & Abwicklung
- Mehrstufiges Risikomanagement: Verbindliche Standard-Operating-Procedures (SOPs), Klare Abbruch- und Notfallkriterien, Gefährdungsanalysen vor jedem Außeneinsatz sowie redundante Kommunikationsmittel.
- Transparente Berichterstattung: Lückenlose, fachlich fundierte Verlaufsdokumentation und enge Abstimmung mit den zuweisenden Stellen der Jugendhilfe im Strafverfahren und den Gerichten.
- Abrechnung & Erprobungsphase: Abrechnung auf Basis vereinbarter Fachleistungsstundensätze. Zur Überprüfung der Verlässlichkeit und Mitwirkungsbereitschaft wird eine vorgeschaltete Probephase ohne Sachkostenpauschalen angeboten.
Ansprechpartner & Kontaktaufnahme Für Fallanfragen, Indikationsklärungen und detaillierte Konzeptionsanforderungen steht das Mobile Unterstützungsteam (MUT) zuständigen Fachkräften der Justiz und Jugendhilfe jederzeit zur Verfügung.
Anfragen bitte schriftlich an: verwaltung(at)jugendhilfe-mut.de
